„Diese Materialehrlichkeit gefällt mir“
 

 

„Diese Materialehrlichkeit gefällt mir“


Architekt Marc Hübert über seinen Entwurf: Architektenhaus mit ERLUS Linea®

 

Welche Idee steckt hinter Ihrem Entwurf?

Das Wohnhaus hat vollständige Glasfassaden, es öffnet sich also in alle Richtungen. Gleichzeitig vermittelt das Schrägdach Wohnlichkeit und Geborgenheit. Das Haus kann beides: Es erlaubt Ausblicke und schafft Behaglichkeit. Diese Einheit ist mir wichtig. Der zentrale Gedanke ist: Man soll innen erleben, was man von außen sieht. Das zweite Gebäude, wo sich die Schlafzimmer befinden, ist geschlossener. Über das große bewegliche Atelierfenster hat man aber einen freien Blick in den Himmel und kann den Raum in eine Dachterrasse verwandeln. Zusammen genommen heißt das: Wir sehen das Dach nicht nur als notwendigen Gebäudeabschluss, sondern als Teil des Innenraumkonzepts.


Ein Architektenhaus mit Schrägdach – passt das zusammen?

Warum denn nicht? Das Schrägdach ist ein Archetyp für Geborgenheit. Das sollte man zeitgemäß interpretieren. In unserem Beispiel schaut der Bewohner bis unter den First. Das ist ein tolles Raumerlebnis. Wir haben das Schrägdach genutzt, um im Wohnbereich zwei offene Ebenen zu schaffen: Unten zeigt sich die ganze Großzügigkeit des Gebäudes. Oben auf dem Kubus, direkt unter dem Dach, erlebt man einen behaglichen Rückzugsraum. So etwas bekommt man eigentlich nur mit einem Schrägdach hin.

 

Dachlandschaft

 

Welchen Stellenwert hat das Dach bei Architekten?

Dass das Dach den Gesamteindruck eines Gebäudes mitbestimmt, ist sicher unbestritten. Trotzdem behandeln wir Architekten die Dachkonstruktion manchmal ein bisschen stiefmütterlich. Man muss einfach zugeben, dass im Gespräch mit dem Bauherrn andere Aspekte häufig eine größere Rolle spielen. Manchmal ist bei der Frage: Wie soll das Dach aussehen, der gestalterische Ehrgeiz nicht sehr groß. Da greift man dann eher aus Standardlösungen zurück.
Ich glaube aber nicht, dass das so sein muss. Gerade bei Um- und Ausbauten kann das Dach eine herausragende Bedeutung bekommen. Und man kann es innenarchitektonisch nutzen. Das gibt es noch eine Menge gestalterischer Möglichkeiten. Wir müssen als Architekten die Bauherren noch viel stärker darauf aufmerksam machen, was in ihrem Dach steckt.


Was schätzen Sie am Tondachziegel?

Ich glaube, wir erleben gerade interessante Veränderungen auch in der Architektur. Der Grundsatz: Hauptsache, es sieht gut aus, gilt nicht mehr. Es mag sich ungewöhnlich anhören, aber bauen, wie ich es verstehe, hat viel mit Ehrlichkeit zu tun. In Zukunft wird das sogar noch wichtiger sein. Und dazu leistet der Tondachziegel längst einen Beitrag.

Das Tolle ist doch, dass der Tondachziegel eine lange Tradition hat und trotzdem alles mitbringt, was wir von einem modernen Baustoff erwarten: Er lässt sich variantenreich einsetzen, ist langlebig und besteht aus einem Naturmaterial. Man muss sich also nicht entscheiden zwischen ästhetisch ansprechend oder ökologisch unbedenklich. Der Tondachziegel verbindet beides. Diese Materialehrlichkeit gefällt mir. Da setzt sich auf dem Dach fort, was Bauherren auch im Innenraum wichtig finden: Natürlichkeit und Beständigkeit in hochwertiger Verarbeitung.


Marc Antonius Hübert (45) arbeitet als Architekt in Köln. Sein Büro raumwerk architekten beschäftigt sich mit Architekturplanung, Innenraumgestaltung und der Entwicklung von Möbeln. Schwerpunkte liegen im Wohnungsbau und in der Umnutzung und Umstrukturierung gewerblicher Flächen.

 
   


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