Die Kraft der zwei Klammern
 

 

Die Kraft der zwei Klammern


Seit 1. März 2011 gilt das geänderte Regelwerk des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH). Es entspricht dem Status einer „anerkannten Regel der Technik“ und ist deshalb verbindlich. Die Fachinformation des ZVDH „Windlasten auf Dächern mit Dachziegel- und Dachsteineindeckungen“ definiert nicht nur die Berechnung der Windlast, sondern teilt auch den Dachbereich auf und stellt höhere Anforderungen an die Befestigung. Nach der neuen Fachregel müssen jetzt nicht nur in allen vier Windzonen Steildächer verklammert werden, sondern auch wesentlich größere Teilflächen.

Um den Verarbeitern die teils noch vorherrschende Skepsis zu nehmen, hat die ERLUS AG ein Berechnungstool unter www.erlus.com/windsogsicherung entwickelt, das schnell und einfach bei der Berechnung der Anzahl nötiger Sturmklammern hilft. Zur Festlegung der Windlastzone muss dort zu Beginn der Berechnung die Postleitzahl des Bauprojektes angegeben werden. Die Form des Daches (Walm-, Sattel- oder Pultdach, u.a.) spielt zur Berechnung ebenso eine Rolle wie die Gebäudehöhe, die Dachneigung, die Giebelbreite und die Trauflänge. Die Deckunterlage reduziert zudem nach der neuen Regel die rechnerische Windlast – bei „Unterspannung“ um 37,5 Prozent, bei geschlossener Deckunterlage sogar um 50 Prozent. Über das Dachziegelmodell bestimmt wiederum das Gewicht der Dacheindeckung. Generell gelten schwere, weit überlappende Ziegel als sturmsicher. Moderne Ziegelmodelle haben ein ineinander verhaktes 4-Ziegel-Eck, was den Abhebewiderstand noch einmal erhöht. Während profilierte Dachziegel und Biberschwanzziegel pauschal im ZVDH Merkblatt nach Gruppenabhebewiderständen der Dachziegel pro Stück und pro Quadratmeter unterteilt werden, kalkuliert das ERLUS Berechnungstool das Realgewicht, die Realstückzahl  und der reelle Abhebewiderstand einzelner Modelle. Dadurch wird u.a. berücksichtigt, dass der ERLUS Standard-Biber aufgrund seiner klassischen Materialstärke von 1,5 cm mit nahezu 70 kg/qm besonders windsogsicher im Vergleich zu anderen, zumeist dünneren Bibern ist. Am Ende der Berechnung steht die Anzahl der notwendigen Sturmklammern für die vier Dachbereiche „Ortgang/Grat/Walm/Kehle“, „Innenbereich“, „Traufe“ und „First/Pultabschluss“.


Windsogsicherung   Windsogsicherung

Das Sturmklammer-Berechnungstool der ERLUS AG unter www.erlus.com/windsogsicherung hilft bei der Bestimmung der einzusetzenden Sturmklammerzahl.
Rechts im Bild: Die Verteilung der Windlastzonen in Deutschland.

 

Grundsätzlich zwei Möglichkeiten

Die notwendigen Sturmklammern gibt es in grundsätzlich zwei Varianten. Man kann die einzelnen Dachziegel zum einen mittels Einschlagklammern, Schraubklammern oder Schrauben fest mit der Holzunterkonstruktion verbinden, zum anderen können flexible Sturmsicherungen eingesetzt werden. Bei letzteren wirkt der Windsog nicht sofort auf die Holzunterkonstruktion, da das flexibel befestigte Dach zuerst nachgibt. Das Risiko des kompletten Abhebens von Dachkonstruktion und Ziegeln unter Sturmeinwirkung wird so stark reduziert. Für den Dachdecker zählt v.a. der Vorteil der einfachen, werkzeugfreien Handhabung der flexiblen Sturmklammern, da diese beim Eindecken erheblich Zeit sparen.


2,2 Millimeter Edelstahl mit hohem Nutzwert

ERLUS hat eine Sturmklammer entwickelt, die in ihrer Verarbeitung besonders ökonomisch ist und damit gerade die Verarbeiter anspricht. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass v.a. der Zeitaufwand bei der Montage der Sturmklammern viele Dachdecker davon abhält, sie tatsächlich einzusetzen. Daher haben wir an einer Alternativlösung zur klassischen Sturmklammer gearbeitet.

Die neue Universalsturmklammer von ERLUS ist nur 2,2 Millimeter stark und bietet einen hohen Nutzwert für den Dachdecker. Denn sie kann bis zu 25 Prozent der sonst üblichen Verlegezeit von Sturmklammern einsparen, da sie direkt während des Eindeckens montiert wird und kein Vorstecken notwendig macht.. Sie rastet zum einen am Kopffalz ein, zum anderen an definierten Sturmkerben im Seitenfalz des darüber liegenden Ziegels. Danach wird der zweibogige Federstahl über die Dachlatte geklipst. Die Universalsturmklammer II weist einen charakteristischen Abhebewiderstand nach EN 14437 (rdf) von weit über 250 N auf, wie er für die deutsche Klammerklasse K3 erforderlich wäre. Dadurch kann z.B. bei hohen und flachen Pultdächern der Verklammerungsgrad vermindert werden, so dass nicht mehr jeder Ziegel, sondern häufig nur jeder zweite, oder sogar jeder dritte Ziegel geklammert werden muss. Die neue Sturmklammer ist aus 2,2 Millimeter federhartem Edelstahl gefertigt und wird für 3/5 sowie für 4/6 Zentimeter Lattenstärken angeboten.


Einhändige Montage mit überzeugenden Auszugswerten

Stürme können dem Dach und damit dem gesamten Haus großen Schaden zufügen. Daher hat der Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks seine Handwerksregel zur Windsogsicherung verschärft. Werden sie nicht beachtet und es kommt zu Schäden, haftet der Architekt.

Die ERLUS Universalsturmklammer II wird in die seit 2011 serienmäßig produzierten Kerben bzw. Einhängevertiefungen geführt und unter die Traglatte eingeklickt.


Windsogsicherung Windsogsicherung

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Fehlerhafte Verarbeitung kann teuer werden

Für Verarbeiter ist es wichtig, dass die Regeln zur Windsogsicherung auf dem Dach eingehalten werden. Leider hat sich diese Erkenntnis im Markt noch nicht ganz durchgesetzt. Versicherungen prüfen bei Sturmschäden penibel die Verarbeitung von Sturmklammern. Sind diese nicht richtig angebracht, verweigert die Versicherung die Zahlung und der Bauherr kann den Verarbeiter zur Verantwortung ziehen.

 
   


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