Auf die Plätze, fertig, klammern!
 

 

Auf die Plätze, fertig, klammern!

Unter „Wettkampfbedingungen“ testen Auszubildende des Dachhandwerks unterschiedliche Sturmsicherungen.
And the winner is... ?


Georg Stiegler, Ausbilder der Dachdeckerschule in Waldkirchen, lässt sich am liebsten durch die Praxis überzeugen, wenn es um technische Innovationen geht. So kam er auf die Idee, mit der Stoppuhr die Handhabungsfreundlichkeit von Sturmklammern zu testen.

Durch den Klimawandel weht auch in Deutschland ein anderer Wind. Seit 1950 hat sich die Höhe der Sturmschäden mehr als verdoppelt. Und wenn die Klimaprognosen der Deutschen Metereologischen Gesellschaft zutreffen, werden die Stürme sogar noch häufiger und heftiger. Das Dachhandwerk hat reagiert. Seit 2011 gibt es verschärfte Vorgaben für die Sturmsicherung von Dächern. Hausbesitzer müssen sich also keine Sorgen machen, wenn ihr Dach der neuen DIN 1055-4 entspricht.

Für die Dachdecker bedeutet die vorschriftsmäßige Windsogsicherung allerdings Zeitaufwand durch Mehrarbeit. Deshalb wollte Georg Stiegler wissen: Welches System schützt das Dach nicht nur verlässlich gegen Stürme, sondern läst sich auch noch schnell und problemlos verarbeiten? Wer will schon seinen Kunden eine Windsogsicherung anbieten, die die Kosten für’s Dach unnötig in die Höhe treibt?

Auszubildende im 3. Lehrjahr läßt Stiegler deshalb zwei Sturmklammern testen: Erster Kandidat, die Universalsturmklammer I aus 2,5 mm federhartem Edelstahl. Sie erreicht – abhängig vom Ziegeltyp – die Klammerklassen 1 bis 3 und gilt unter Handwerkern als gute Wahl.

Doch ERLUS will mehr und stellt den Herausforderer: Die neue Universalsturmklammer II soll das Dach auch gegen extremen Windsog wappnen. Die Innovation ist aus 2,2 mm dickem Edelstahl und rastet zum einen am Kopffalz ein, zum anderen an definierten Sturmkerben im Seitenfalz des darüber liegenden Ziegels. Danach wird der zweibogige Federstahl über die Dachlatte geklipst.

Zu kompliziert? Abwarten. Auf die Plätze, fertig, klammern! Entschlossen gehen beide Teams zur Sache. Ziegel um Ziegel füllt sich die Testfläche. Gut hörbar rasten die Sturmklammern ein. Sie halten die Ziegel auch bei Böen auf der Lattung. Gleichzeitig nehmen die Klammern durch ihre Federwirkung einen Teil der Windlast auf und verhindern so, dass der Sturm mit ganzer Kraft an der Unterkonstruktion zerrt, und sie im schlimmsten Fall sogar zerstört.

 

Wettkampf im Sturmklammern


Das unterscheidet Sturmklammern von anderen Windsogsicherungen, bei denen die Dachziegel mit der Lattung fest verschraubt werden und damit einen starre Verbindung mit der Unterkonstruktion schaffen.

Sturmklammern haben aber noch einen weiteren Vorteil: Einzelne Ziegel lassen sich leicht und schnell aus dem Verbund lösen. Das erleichtert Reparaturen oder den nachträglichen Einbau von Dachfenstern. Bei starren Windsogsicherungen muss dagegen in aller Regel großflächig abgedeckt werden.

Der Wettstreit der Sturmklammern ist fast entschieden. Ein Team liegt uneinholbar in Führung. Stopp! Die Zeit ist um. Das Ergebnis ist eindeutig und überraschend: 25% weniger Verlegezeit brauchte das Team für die Universalsturmklammer II. Ein toller Erfolg!

Doch wie kommt es zu der enormen Zeitersparnis beim Verlegen?

Zum einen lässt sich die Klammer erstaunlich leicht handhaben. Hinzu kommt: Mit dem ERLUS-Berechnungsprogramm müssen, je nach Bedingungen, deutlich weniger Sturmklammern gesetzt werden, bei gleicher Sicherheit für’s Dach.

Georg Stiegler und seine Jungs haben sich überzeugen lassen.

 

 
   


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